| Diazepam |
Diese Seite ist als Hilfestellung für alle Hundehalter gedacht, die trotz Therapieresistenz ihres Tieres versuchen, einen aufwendigen und liebevollen Weg für ihren Epi zu finden.
Dieser Weg beinhaltet sicherlich nicht nur enorme Aufwendungen in allen Bereichen, sondern auch Rücksichtnahme, Verzicht, hohe Leistungsbereitschaft,aber vor allem optimale Haltungsbedingungen und Lebensumstände.
Die hier aufgeführten Tipps treffen sicherlich nicht auf jeden epileptischen Hund zu, allerdings und das soll Hauptaugenmerk bleiben, werden hier u.a. Nebenwirkungen und anfallsauslösende Mechanismen dargestellt.
Meine persönlichen Erfahrungen in Bezug auf Wirkung, Nebenwirkungen und Anwendung von Tatty`s Antiepileptika, Haltungsbedingungen, Fütterung,das gesamte Treatment ohne Anfallskalender, dieser würde den Rahmen sprengen.
Da meine Erfahrungen leider gezeigt haben, dass innerhalb der medikamentösen Behandlung/Betreuung, unsere Schilderungen über Nebenwirkungen zum Teil nicht als solche berücksichtigt, sondern eher dem allgemeinen Erkrankungsbild und den damit in Zusammenhang stehenden möglichen Ursachen zugeordnet wurden, möchten wir hier über unsere Erlebnisse mit Tatty`s Medikamenten berichten.
Daher dient diese Übersicht auch nur als Aufzählung meiner persönlichen Erfahrungen. Natürlich können
meine Erfahrungsberichte keine ärztliche Beratung ersetzten.

Das Tierschutzgesetz verbietet über den sog. Qualzuchtparagraphen die Zucht mit Tieren wenn damit gerechnet werden muss, dass für die Eltern oder Nachkommen schwere Schmerzen, Leiden oder Schäden oder schwere Angst entstehen.



Tatty`s erster Anfall war so heftig, wir dachten damals sie würde sterben, doch schon kurz nach dem Anfall zeigte sich das gesamte Ausmaß und die Problematik mit der wir uns in Zukunft auseinandersetzen durften.
Tatty war augenscheinlich erblindet, ihre Augen waren so groß wie Tomaten, die Pupillen massiv erweitert, noch speichelnd stand sie schon grollend wie ein Ungetier vor mir..Unsicherheit , schwere Angst, ein verschobenes Weltbild eines Hundes, der von einer Minute zur anderen nicht mehr wußte wer oder was, geschweige wo er war.
Was mußte sie durchleben um so von Sinnen zu sein?
Schon kurze Zeit später kam der zweite Anfall, wieder ein heftiger Grand mal und wieder die selben Ausfallserscheinungen- in Kürze wurde von einem selbstbewußten, jungen agilem Hund, selbst ohne Medikamente,ein unsicheres Bündel, ein durchgedrehter Schatten seiner selbst.
Wir fuhren sofort in die nächste Tierklinik, glücklicherweise hatten wir direkt Videofilme gedreht um das Ganze festzuhalten, niemand hätte uns sonst geglaubt.Tatsächlich wurde der Wolfsgehegebetreiber und auch der "Züchter" just während der Anfälle telefonisch benachrichtigt, auch dieses wurde dokumentiert.
Irgendwie kam mir damals sofort der Gedanke was wohl geschehen möge,wenn ein anderer Hund aus Tatty`s Linie in einem Haushalt, womöglich mit Kleinkindern, genauso reagieren würde.

Postictale Phase Stereotypien
In meiner Sorge dokumentierte ich daher den gesamten Verlauf der Angelegenheit. Zuerst informierte ich den Vermittler den "Wolfsmenschen",dann den "Züchter".
Der "Züchter" meinte "Du bist doch selber Epileptikerin" und hängte den Telefonhörer ein!
Der Wolfsgehebetreiber schilderte seine Erfahrungen mit einem epileptischen Wolf, den er erschossen hatte und meinte nur mein Hund sei vergiftet. Das war`s....
Keine große Hilfe!
Dem Leser mag unsere damalige Dokumentation/Videofilme merkwürdig erscheinen,aber Tatty kam wie bereits auf den ersten Seiten bemerkt nicht aus den besten Verhältnissen.
Noch dazu sollte ich weiterhin eine andere Hündin dieses "Züchters" aufnehmen die im Tierheim getötet werden sollte, die Vermehrung dort war also auch noch größer als angenommen.
Ich lehnte die Aufnahme der Tierheimhündin dankend ab!
Diese auffällige Hündin wurde über die für den Tierschutz zuständige Dame aus dem Ministerium vermittelt , man findet derartige Hunde unlängst auf altbekannten Hirtenhundwebseiten für "Hirtenhunde in Not".
Die damalige Webseite mit der angebotenen Hirtenhündin besteht allerdings nicht mehr bzw. wurde sehr schnell entfernt , aber immerhin liegen die Inhalte der zuständigen Staasanwaltschaft vor.
Mein Blick hinter diese Art von "Tierschutzkulissen" bestimmter Amtspersonen war selten so klar und ungetrübt!
Tatty`s Vater hatte lt. Aussagen des "Züchters" als Welpe eine Parvovirose nur knapp überlebt, der Dreck auf dem vorgefundenem Hundegelände sprach Bände.
Seit Welpenalter filmte ich daher, um die gesamte Entwicklung zu dokumentieren.
Leider fiel mir schon in den ersten Monaten auf, dass einiges im Argen lag - nur was es war wußte ich bis dahin noch nicht genau, da auch andere Erkrankungen wie z.B. Lahmheiten immer wieder Sorgen bereiteten und wir daher Stammgast in Tierkliniken waren.
Tatty hat außerdem HD und ihre Wirbelsäule scheint nicht in Ordnung zu sein, massive Probleme beim Aufstehen begleiteten uns trotz verschiedener Therapien seit ihrer Jugend.
Später waren diverse Verhaltensaufffälligkeiten so extrem, dass sie auch Außenstehenden nicht mehr verborgen blieben, allerdings traurigerweise selbst von Hundehaltern oft als schlechte Erziehung fehlinterpretiert wurden!
Diese Hündin wurde nie erzogen!
Wie konnte sie also schlecht erzogen sein?
Um einen schwer kranken Hund mit allen Verhaltensweisen,aber auch in der Urform dieser Erkrankungen beurteilen zu können, ist Erziehung sicherlich das letzte was in derartigen Situationen hilfreich ist.
Zumal ich der Meinung bin , Erziehung im all. Sinne wird in bestimmten Situationen der Epilepsie weder hilfreich, noch der Epilepsie förderlich sein.
Erziehung ist ohne Aufnahmekapazitäten garnicht möglich ! (Der Versuch einem blindgeborenem Kind 50 Jahre lang das Lesen beizubringen wird genauso fehlschlagen)Schnell machten wir uns damals auf den Weg zur Tierklinik, Tatty bekam sofort Valium zur Ruhigstellung und um weiteren Anfällen vorzubeugen.
Wir waren nach dem Besuch in der Tierklinik gezwungen, Tatty unverzüglich auf ein Antiepielptikum einzustellen und starteten neben den Untersuchungen direkt mit Mylepsinum bei einer Tagesdosis von 400 mg auf 2 Tagesdosen verteilt.
Eine absolut pünktliche Eingabe mit strikten Eingabezeiten wird vorrausgesetzt, als vorteilhaft wird beschrieben, Phenobarbital und Primidon grundsätzlich aufgrund der besseren Resorbtion wenigstens 2 Stunden nach der Fütterung zu verabreichen,dieses kann ich allerdings nicht bestätigen.
Fokale Anfälle



Anzeichen vor einem großen Anfall,fokale Anfälle die in einen großen Anfall münden (können) sog. Jackson March